10.02.2025
In meinem letzten YouTube-Tutorial habe ich mich sehr ausführlich mit dem Power BI MCP Server beschäftigt. Dabei ging es mir weniger um einen schnellen Überblick, sondern um eine ehrliche Praxis-Erfahrung: Was kann MCP heute wirklich, wo hilft es konkret und wo sollte man sehr genau hinschauen.
Der MCP Server verbindet Large Language Models mit dem semantischen Modell in Power BI. Damit wird erstmals möglich, per natürlicher Sprache direkt mit dem Datenmodell zu arbeiten. LLMs können über den MCP Server mit Power BI kommunizieren. Fast wie im echten Leben. MCP wird zum Vermittler zwischen zwei Welten.
Tabellen erstellen, Beziehungen prüfen, Spalten umbenennen, Beschreibungen ergänzen, Measures vorschlagen oder Calculation Groups anlegen – alles direkt im Modell, nicht auf einer abstrahierten Ebene und vor allem durch Anweisungen in natrülicher Sprache.
Das ist technisch gesehen ein großer Schritt. Aber wie so oft ist die eigentliche Frage nicht, ob etwas möglich ist, sondern wie und unter welchen Voraussetzungen es sinnvoll eingesetzt werden kann.
Ich habe MCP genutzt, um ein bestehendes Modell systematisch aufzubereiten und „visualization-ready“ zu machen. Viele Tätigkeiten, die im Alltag gerne verschoben werden, lassen sich damit deutlich beschleunigen:
Das sind keine spektakulären Aufgaben, aber sie sind zentral für Data Health und Wartbarkeit. MCP nimmt hier Arbeit ab, die sonst viel Zeit kostet und deshalb oft zu kurz kommt. In diesem Kontext ist das Tool wirklich hilfreich.
Gleichzeitig zeigt sich im Arbeiten mit MCP auch klar, wo die Grenzen liegen. MCP führt Anweisungen aus, aber es versteht keinen fachlichen Kontext. Und vor allem wird nicht immer umgesetzt, was behauptet wird. Das merkt man unter anderem daran, dass:
Das ist kein Bug, sondern eine logische Konsequenz. MCP kann Regeln anwenden, Muster erkennen und Vorschläge machen. Es kann aber nicht beurteilen, warum etwas so modelliert ist oder welche Auswirkungen eine Änderung später im Reporting oder im Business hat.
Deshalb gilt sehr klar: Alles, was MCP verändert, muss überprüft werden. Ohne Ausnahme.
Richtig eingesetzt kann MCP ein sehr wertvolles Werkzeug sein, insbesondere in diesen Bereichen:
Vor allem im Kontext von Data Health sehe ich großes Potenzial. MCP senkt die Hürde, Dinge zu tun, die fachlich längst klar sind, aber im Alltag oft liegen bleiben und Anwender:innen oft lästig sind.
Es gibt zwei Aspekte, die aus meiner Sicht zwingend adressiert werden müssen.
Sicherheit
MCP arbeitet über ein LLM. Das bedeutet, dass Modellinformationen verarbeitet und weitergegeben werden. Wer mit sensiblen Unternehmensdaten arbeitet, muss sehr genau prüfen, unter welchen Bedingungen MCP eingesetzt wird, welche Daten betroffen sind und welche Alternativen es gibt, etwa über eigene LLMs oder Azure-Setups.
Kontrollillusion
MCP wirkt sehr kompetent. Genau das kann trügerisch sein. Wer nicht versteht, was im Modell passiert, wird Fehler nicht erkennen. MCP ersetzt kein BI-Wissen und keine Modellierungskompetenz. Es verstärkt vorhandene Kompetenz oder macht deren Fehlen sichtbar.
MCP ist kein Autopilot für Datenmodelle. Es ist auch kein Ersatz für saubere Semantik, klare Governance oder fachliche Verantwortung. Im Gegenteil: Es funktioniert nur dann gut, wenn diese Grundlagen bereits vorhanden sind.
Für mich ist MCP vor allem ein Spiegel. Es zeigt sehr schnell, wie stabil ein Modell wirklich ist, wie klar Standards definiert sind und wie ernst Data Health genommen wird.
Oder anders gesagt: MCP macht schlechte Modelle nicht gut. Es macht sichtbar, wie gut oder schlecht ein Modell aufgestellt ist. Und wer "Model Health" vorher nicht priorisiert hat, dem hilft MCP auch nicht weiter. Modelle können zwar dann schneller erstellt werden, aber wer will schon Chaos skalieren?
MCP ist ein starkes Werkzeug, wenn man es als das nutzt, was es ist: eine Unterstützung. Kein Entscheider. Kein Ersatz für Fachlichkeit. Kein Freifahrtschein für Automatisierung ohne Verantwortung.
Klarheit entsteht nicht durch neue Tools. Aber gute Tools zeigen sehr schnell, wo Klarheit fehlt.
Wenn du überlegst, MCP einzusetzen, stell dir diese Fragen:
Wenn du MCP bis jetzt noch nicht getestet hast, dann findest du hier einen Einstieg:
Unlock Power BI's Full Potential with MCP Server
Ich wünsche dir viel Freude beim Testen!
