18.01.2025
Adoption wird gerade überall diskutiert. Und fast überall falsch gemessen.
In vielen Unternehmen klingt das so:
Auf dem Papier sieht das nach Erfolg aus. In der Realität oft nicht. Eigentlich kennen wir dieses Phänomen auch bereits von BI. Der Unterschied: Bei KI wiederholen wir es nur schneller.
Der aktuelle "The State of AI Report 2025" zeigt ein klares Muster: Der Erfolg von KI-Initiativen wird überwiegend über Nutzungskennzahlen bewertet. Zugriffe. Aktivität. Auslastung.
Was deutlich seltener gemessen wird:
Nutzung ist leicht messbar. Wirkung nicht. Und genau deshalb greifen so viele Organisationen zum falschen Maßstab.
Wie wir aktuell "Adoption" messen.
Akzeptanz heißt: Menschen nutzen ein Tool, weil es da ist. Oder weil sie es nutzen sollen. Oder weil es einfacher ist, als Alternativen.
Adoption heißt etwas anderes. Adoption heißt Beteiligung. Verständnis. Handlungsfähigkeit.
Und vor allem: Reibung. Und die lässt sich nicht über Lizenzen messen.
Wenn niemand hinterfragt, ist es keine Adoption.
Wenn niemand widerspricht, ist es keine Adoption.
Wenn Entscheidungen nicht verändert werden, ist es keine Adoption.
Ein Tool kann tausendmal genutzt werden und trotzdem keine einzige bessere Entscheidung ermöglichen.
Sie ist ein Orientierungsproblem.
Der Report zeigt deutlich, dass viele Organisationen KI nicht deshalb bremsen, weil die Technologie fehlt, sondern weil Vertrauen, Klarheit und Sicherheit fehlen. In Ergebnisse. In Daten. In den Rahmen, in dem KI genutzt werden darf.
Deshalb investieren nahezu alle Unternehmen inzwischen in AI Literacy, Schulungen und Enablement, weil sie genau diese Unsicherheit als Risiko erkennen und wollen, dass Menschen sich mit KI sicher genug fühlen, Entscheidungen treffen zu können.
Und Sicherheit entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Orientierung.
Erstens: klare Frameworks, die im Alltag helfen. Nicht abstrakte Regeln, sondern Antworten auf die Frage: Was darf ich hier tun und warum?
Zweitens: Beteiligung statt Vorgaben. Frameworks funktionieren nicht, weil sie existieren. Sie funktionieren, weil Menschen sie verstehen, mittragen und ihren eigenen Mehrwert darin sehen.
Drittens: andere Erfolgsmaßstäbe. Solange wir Nutzung messen, optimieren wir Aktivität. Erst wenn wir Wirkung messen, entsteht Verantwortung.
Adoption ist damit kein KPI. Sie ist das Ergebnis von Klarheit, Vertrauen und handlungsfähigen Strukturen.
Und genau deshalb lässt sie sich nicht erzwingen. Aber sehr wohl gestalten.
Wenn du diese Woche nur eine Sache überprüfst, dann diese:
Wird hier gemessen, um zu steuern – oder um sich sicher zu fühlen?
Der Unterschied entscheidet darüber, ob Adoption entstehen kann.
Ich wünsche dir nun einen schönen Sonntag!
Bis bald, Jasmin
