25.03.2026
Zur englischen Ausgabe geht es hier: https://medium.com/@jasminsimader/sitting-on-my-couch-drinking-a-coffee-and-thinking-e9754998c442
Sonntagmorgen. Kaffee.
Und wieder diese Frage, die mich aktuell immer häufiger begleitet.
Was passiert eigentlich, wenn KI Wissen zunehmend dort bleibt, wo ohnehin schon viel Wissen, Zeit und Kontext vorhanden sind.
Ich erlebe gerade sehr deutlich, wie sich eine Schere öffnet. Auf der einen Seite Menschen, die schnell sehr tief einsteigen, Agenten bauen, experimentieren, Dinge ausprobieren. Auf der anderen Seite viele, die interessiert sind, neugierig sind, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen, ohne das Gefühl zu haben, sofort hinterherzulaufen.
Und genau hier wird es für mich kritisch und als KI-Managerin und Beraterin ist es mir ein Anliegen, KI für alle zugänglich zu machen und diese Einstiegshürden aktiv zu senken. Auch wenn das oft unbequem ist. .
Elitär heißt nicht absichtlich ausgeschlossen, aber faktisch schwer zugänglich.
Elitär bedeutet für mich nicht, dass jemand bewusst andere ausschließt.
Es bedeutet, dass Wissen so verteilt ist, dass nur wenige wirklich Anschluss finden. Dass man Zeit, Vorwissen oder den richtigen Kontext braucht, um überhaupt einzusteigen. Oder dass Angebote so gemacht sind, dass sie strukturell Menschen ausschließen, die vermeintlich nicht dort sitzen, wo Entscheidungen getroffen werden. Wobei ich auch dazu den Standpunkt vertrete, dass KI-Erfolg mehr braucht als Entscheidungen im C-Level. Dieses Learning sollten wir bereits aus BI integriert haben.
Bei KI verschärft sich die Situation aktuell aber. Viele Angebote setzen voraus, dass man schon weiß, wovon gesprochen wird. Dass man die Begriffe kennt. Dass man gedanklich schon sehr weit ist. Für viele ist das keine Einladung, sondern eine zusätzliche Hürde.
Deshalb achte ich aktuell sehr genau darauf, welche Initiativen es schaffen, diese Hürde niedriger zu halten, ohne banal zu werden. Und möchte den heutigen Newsletter auch dazu nutzen um eine davon vorzustellen.
Ich schaue mir viele Lernangebote rund um KI an. Manche sind sehr technisch, andere sehr strategisch, viele sehr exklusiv. Was mir dabei oft fehlt, ist Anschlussfähigkeit.
Die Power CAT Initiative von Microsoft ist dabei deutlich anders. Nicht perfekt, aber bewusst offen. Sie versucht nicht, KI über Komplexität zu erklären, sondern einen Einstieg für jedes Level zu schaffen und dabei sowohl theoretisches Wissen wie auch Praxis zu vermitteln.
CAT AI Webinare
Ich nehme selbst immer wieder an den Power CAT AI Webinaren teil. Nicht, weil ich dort jedes Mal komplett neues Wissen erwarte. Sondern weil sie mir helfen, Dinge einzuordnen. Und weil sie oft wirklich interessante Impulse liefern.
Ein Thema. Ein klarer Fokus. Kein Feature Dauerfeuer.
Stattdessen echte Use Cases, ehrliche Fragestellungen und Raum zum Mitdenken. Dazu kommt ein ganz praktischer Punkt, den man nicht unterschätzen sollte. Die Webinare finden abends zu Randzeiten statt.
Für mich sind diese Sessions kein Beweis dafür, dass man etwas kann. Sie sind ein Ort, an dem man verstehen darf und auch einen Einblick bekommt, was andere in diesem Bereich machen.
https://microsoft.github.io/powercat/programs/ai-webinar.html
Power Up Trainings
Wenn ich mit Menschen über KI Lernen spreche, höre ich oft denselben Satz.
Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
Genau hier sehe ich den Wert der Power Up Trainings. Sie geben Struktur. Und Struktur ist für mich kein nice-to-have, sondern ein Gegenmittel. Gegen Überforderung. Gegen das Gefühl, nicht dazuzugehören.
Die Trainings bauen aufeinander auf und lassen Raum, im eigenen Tempo zu lernen. Man muss nicht alles wissen, um einzusteigen. Man darf lernen, ohne sich zu rechtfertigen. Und Lernen mit Audrie Gordon ist noch dazu sehr unterhaltsam.
Ohne so zu tun, als wäre alles schon klar
Besonders gut zeigt sich dieser Ansatz bei den Power Up Kursen zu Copilot Studio. Die drei Level bilden einen Lernweg ab, den ich auch aus Projekten kenne.
Level 1 schafft erst einmal ein gemeinsames Verständnis. Was ist Copilot Studio und wie denkt man in Agenten. Dort kann man innerhalb eines Tages sehr schnell feststellen, ob man an dem Thema Spaß hat und das weiterverfolgen möchte.
https://powerup.microsoft.com/syllabus/?courseid=5d4c7a32-e7ad-f011-bbd3-0022488a2a37
Level 2 geht einen Schritt weiter und zeigt, wie aus ersten Ideen echte Anwendungsfälle werden.
Kurz: Wie wird aus einem ersten Verständnis ein funktionierender Use Case?
https://powerup.microsoft.com/syllabus/?courseid=3106d14c-efec-f011-8544-6045bd8f0e02
Level 3 beschäftigt sich mit den Fragen, die irgendwann zwangsläufig kommen, wenn KI nicht nur Spielerei bleiben soll:
Kurz: Wie wird aus einem Experiment ein tragfähiges System?
https://powerup.microsoft.com/syllabus/?courseid=9a019c6a-0aae-f011-bbd3-0022488a2a37
Was ich daran schätze
Niemand muss so tun, als wäre er oder sie schon weiter, als es wirklich der Fall ist. Dinge werden einfach, leicht verständlich und trotzdem on point erklärt.
Wenn man mit anderen gemeinsam lernen will statt allein, dann ist auch das vielleicht eine Möglichkeit.
Agent in a Day Kurse von Microsoft Partnern setzen genau dort an. Einen Tag lang bauen, ausprobieren, verstehen, wo Möglichkeiten liegen und wo Grenzen sind.
https://www.microsoft.com/de-de/events/search-catalog?q=Agent+in+a+Day&filters=primary-language%3Agerman&scenario=events
Auch YouTube gehört für mich zum Lernen dazu. Nicht als Ersatz für Struktur, sondern als Ergänzung für konkrete Fragen. Ein Kanal, den ich immer wieder nutze, weil er sehr praxisnah ist: The Copilot Studio Dude
Wenn KI Wissen elitär wird, verlieren wir mehr als nur Tempo.
Wir verlieren Vielfalt, Perspektiven und genau die Menschen, die KI eigentlich sinnvoll einsetzen könnten.
Für mich geht es deshalb weniger um das nächste Feature und mehr um die Frage, wie wir Lernen gestalten. Die Power CAT Initiative zeigt, dass Zugänglichkeit und Qualität sich nicht ausschließen müssen.
Frag dich nicht, wer in deinem Umfeld schon sehr weit ist.
Frag dich, wer gerade keinen Einstieg findet und wie du das vielleicht unterstützen könntest. Wenn ihr euch für Copilot-Inhouse-Trainings entscheiden, unterstütze ich auch gerne persönlich dabei.
Der Zugang zu Wissen entscheidet in meinen Augen aktuell darüber, ob KI ein Werkzeug und eine Unterstützung für viele wird oder ein Privileg für wenige.
